Die Galerie wurde 1961 von meinem Vater Dr. Bernhard Peithner-Lichtenfels gegründet. Die Räume dazu befanden sich in einer 6-Zimmerwohnung in der Viktorgasse, im 4. Bezirk in Wien.
Bei der Eröffnungsausstellung waren Künstler wie Adolf Frohner, Friedensreich Hundertwasser, Jürgen Messensee und Hans Staudacher anwesend. Damals wurden auch die Arbeiten von Jürgen Messensee das erste mal präsentiert – das erste Bild, welches wir verkauften, war ein Messensee.
Gezeigt wurden in dieser Wohngalerie Künstler wie Kurt Absolon, Wander Bertoni, Josef Dobrowsky, Gustav Hessing, Alfred Hrdlicka, Heinrich Jungnickel, Karl Korab, Kurt Moldovan, Sergius Pauser, Josef Pillhofer, Arnulf Rainer, Fritz Wotruba und Franz von Zülow.
Die Wiener Schule war vertreten durch Arik Brauer, Ernst Fuchs und Anton Lehmden – später kam noch Rudolf Hausner dazu.
1963 übersiedelte die Galerie in die Seilergasse, im 1. Bezirk. Die neuen Räumlichkeiten wurden mit der ersten Personale von Karl Korab eröffnet.
In dieser Zeit entstand eine enge Zusammenarbeit mit der Aoki-Gallery in Tokio.
So kam es zu folgenden Austauschausstellungen: "Die phantastischen Realisten – Brauer, Fuchs, Lehmden", wie auch Arnulf Rainers erste Ausstellung in Japan mit seinen phantastischen Zeichnungen "Trrrr – Phantastica und Halunzinata".
In der Seilergasse hatte dann auch Arik Brauer seine erste Einzelausstellung. Zur Ausstellung präsentierten wir auch Brauers’ erste Schallplatte "Brauer singt seine Bilder."
Hubert Aratym, Bele Bachem, Salvatore Dali, Josef Dobrowsky, Greta Freist, Ernst Fuchs, Albert Paris Gütersloh, David Hamilton, Rudolf Hausner, Wolfgang Herzig, Fritz von Herzmanovsky – Orlando, Alfred Hrdlicka, Heinrich Jungnickel, Oskar Kokoschka, Alfred Kubin, Anton Lehmden, Pit Mondrian, Karl Plattner, Friedrich Schröder–Sonnenstern, Erhard Stöbe, Ferdinand Stransky und Robert Zeppel-Sperl zählten schon damals zum Galerieprogramm.
Mitte der 70er Jahre entstand eine enge Zusammenarbeit mit der "Malboro Gallery" in London. Arik Brauer wurde in London gezeigt und im Zuge dessen Reg Buttler und Barbara Hepwerth in Wien.
Ende 1978 übersiedelte die Galerie in die Lagergasse im 3. Bezirk; jedoch nur für kurze Zeit bis die damaligen Umbauarbeiten in den neuen Räumlichkeiten der Galerie im 4. Bezirk in der Pressgasse fertig waren. In dieser Zeit wurde u.a. auch Gottfried Helnwein gezeigt.
1980 wurde die Galerie im vierten Bezirk mit Ferdinand Andri eröffnet.
Das Programm wurde auf Künstler der Zwischenkriegszeit geändert. In dieser Zeit brachte mein Vater die "Exilösterreicher" wie Georg Philipp Wörlen aus Passau, Viktor Tischler aus Venedig, Erich Wagner, Fritz Schwarz-Waldeck, Georg Ehrlich, Fritz Gross, Georg Mayer-Marton aus London wieder nach Österreich.
Wir zeigten auch die Verlassenschaften von Ferdinand Andri, Luis Pregartbauer, Gerda Matejka-Felden, Karl Sterrer, Erich Miller-Hauenfels, Robin Christian Andersen, Hans Frank, Gustav Hessing.- wie auch Künstler des „Hagenbundes“ (Georg Mayer-Marton, Luis Pregartbauer, Fritz Schwarz-Waldeck, Viktor Tischler, Erich Wagner, Georg Philipp Wörlen, u.a.) und jüdische Künstler - Viktor Tischler, Fritz Schwarz-Waldeck, Georg Ehrlich, Fritz Gross, Georg Mayer-Marton u.a. Diese Künstler mussten damals aus politischen oder rassischen Gründen Österreich verlassen.
Kunst war für mich von der ersten Stunde an immer gegenwärtig. Mein Vater nahm mich in meiner Jugend in Ateliers mit, und diese Atelierbesuche steigerten auch mein Interesse hinsichtlich dieser Materie. Für mich war dies eine spannende und auch gleichzeitig eine lehrreiche Zeit. Nach und nach begann ich selbst mit dem Aussuchen der Künstler und Bilder und vertiefte mich in die Gestaltung der Ausstellungen.
Ende der achtziger Jahre arbeitete ich immer mehr in der Galerie mit, wodurch sich vor allem durch meinen Einfluss das Programm der Galerie langsam wieder auf Zeitgenössische Kunst umgestellte. Es entstand zu Beginn eine Mischung aus Klassischer Moderne (Mario Decleva, Gustav Kurt Beck, Arik Brauer...) und Kunst der Gegenwart (Robert Hammerstiel, Leander Kaiser, Erhard Stöbe, Fritz Martinz u.v.a.) Das Augenmerk wurde immer mehr auf die Gegenwartskunst gerichtet.
1998 erfolgte die offizielle Übernahme der Galerie in die nächste Generation.
Ich konzentrierte mich bei den Ausstellungen damals ausschließlich auf die Österreichische Contemporary; jedoch mit einer Ausnahme – Francis Bacon (1999).
Jüngere Künstler (stARTbox) wurden für die Galerie gesucht - und es fanden sich auch viele ein. Auf die etablierten Künstler ist dabei nicht vergessen worden: es entstand eine wunderbare Mischung aus Klassischer Moderne und einer Jungen Garde, die bis heute unsere Ausstellungen prägen.
2001 kam es zur Übersiedlung der Galerie in die Sonnenfelsgasse im 1. Bezirk.
Durch die Großzügigkeit der Räume wurde uns die Möglichkeit gegeben, nicht nur laufend Ausstellung zu präsentieren, sondern auch in den Schauräumen ausgesuchte Werke namhafter Künstler zu zeigen, und der Skulptur einen eigenen Raum zu geben.
Seit 2002 nehmen wir wieder regelmäßig an internationalen Messen teil. Zu der bereits vorhandenen Galerietätigkeit und der „Contemporary Art“ ist auch die „Art Brut“ ein Schwerpunkt der Galerie geworden.
Durch die rege internationale Messetätigkeit, konnten wir unsere Künstler in internationalen Museen und namhaften Sammlungen unterbringen.
Die Galerie befindet sich jetzt in der zweiten Generation, und auch ich gebe meine Erfahrungen an unseren Sohn Philipp weiter – er begleitet uns bereits in verschiedenste Ateliers.
Die Kontinuität und die Tradition wird fortgesetzt und gewährleistet eine Galerie Peithner-Lichtenfels der III. Generation...
